Beschäftigung für Tiger aller Art Teil 1

Es geht auch ohne Langeweile
Beschäftigungsideen für Tiger aller Art (Teil 1) 

Katzen sind Jäger, keine Schläfer!
Auch wenn dies häufig nicht direkt ersichtlich ist, wie wir in der Tierarztpraxis immer wieder feststellen müssen.
Sätze wie „Meine Katze schläft nur“ oder „Meine Katze ist einfach faul und will sich nicht bewegen“ bekommen wir häufiger zu hören als uns lieb ist.
 

Grund für uns hier eine Reihe von Tips zur Bewegung und geistigen Beschäftigung für alle Katzen, vor allem diejenige, die „müde und schläfrig“ sind, zu geben, um Katzenbesitzer dafür zu sensibilisieren, was Katzen Ihrem Ursprung nach tun sollten. 

Katzenbesitzer sollten sich generell vor weiteren Überlegungen zur Beschäftigung vergewissert haben, dass die „Faulheit“ Ihrer Katze keine gesundheitlichen Ursachen hat. 

                             

 

Das „Fummelbrett“ - Informationen für Einsteigerkatzen und -besitzer 

Fummelbretter sind für Katzen eine willkommende Beschäftigungsart bei der Leckerchen- oder auch Futterbeschaffung.
Es eignet sich für Katzen jeden Alters und Rasse, hilft Langeweile vorzubeugen, verstärkt dadurch positiv die Ausgeglichenheit Ihres Tieres und führt zu Verbesserung des Verhältnisses zwischen Katze und Halter. 

Bei einem Fummelbrett geht es darum, Ihrer Katze die Möglichkeit zu verschaffen die eigenen kognitiven Fähigkeiten zu trainieren, das heißt zu beobachten und selber auszuprobieren , zu lernen Aufgaben zu lösen und das Erlernte regelmässig zu wiederholen.
Dies funktioniert natürlich immer gleichzeitig mit einer positiven Bestärkung bzw. einer Belohnung für bestandene Aufgaben (dem Leckerchen, streicheln, spielen)

 

Hat Ihre Katze noch keine Erfahrung mit derartigen Aufgabenstellungen gemacht?
Kein Problem.
Grundvorraussetzung ist zu Anfang allein ein Gutes Verständnis für Ihre Katze, Geduld und Ruhe. Fangen Sie langsam mit Ihrer Katze an zu üben. 
Die Utensilien dafür hat jeder dafür im Hause!

Benötigt wird: ein heiß ausgewaschener Kinderjoghurtbecher (ohne scharfe Kanten), ein paar Leckerchen 

Setzen Sie sich zu Ihrer Katze auf den Boden und legen Sie ein für Ihre Katze ansprechendes, gut riechendes Leckerchen in einen leeren, heiß ausgepülten Kinderjoghurtbecher (oder ein vergleichbares Gefäß, welches zu tief und zu schmal ist, als dass Ihre Katze das Leckerchen mit dem Maul erreichen kann). Sorgen Sie dafür, das Ihre Katze sieht, dass Sie ein Leckerchen in der Hand haben und wo Sie es hineinfüllen. Stellen Sie den Becher auf den Boden und lassen Sie Ihre Katze „schauen“ und natürlich auch ausprobieren.
Viele Katzen kennen den „mit der Pfote angeln“ Trick bereits.
Dann ist die Aufgabe für Ihre Katze schnell gelöst. Wiederholen Sie die Aufgabenstellungen zwei bis drei Mal. 
Einige Katzen versuchen den Becher wie einen Futternapf zu benutzen. Wenn Sie die oben erklärte Bechergröße benutzen wird sie so das Leckerchen nicht erreichen.
Warten Sie einen Moment, damit Ihre Katze die Möglichkeit erhält sich auszuprobieren und die Lösung eigenständig herausfinden kann. Jetzt gilt es, die eigene Katze gut einzuschätzen.
Merken Sie, Ihre Katze „versteht“ nicht, was sie tun soll hilft manchmal mit dem eigenen Finger das Leckerchen vorsichtig aus dem Becher anzuheben um Ihr zu „zeigen“ wie der Trick funktioniert. Lassen Sie das Leckerchen ruhig wieder in den Becher zurückfallen und Ihre Katze erneut probieren.
Hat Ihre Katze nun „verstanden“, wie sie sich das Leckerchen holen kann und tut dies, loben Sie sie (mit streicheln, Leckerchen hat sie ja bereits) und versuchen Sie den Trick zu wiederholen. Hat Ihre Katze nicht „verstanden“ wie sie an das Leckerchen kommt, so seien auch Sie nicht frustriert. Loben Sie Ihre Katze, geben Sie ihr das Leckerchen und streicheln Sie sie.
Wiederholen Sie die Übung einfach zu einem anderen Zeitpunkt nochmal. 

Wenn Ihre Katze den „Angeltrick“ nicht gleich am Joghurtbcher anwendet, heißt das nicht, dass Ihre Katze ihn nicht „versteht“. Es kann auch einfach sein, dass es Ihr sonst verboten ist an derlei Becher zu gehen und es für die Katze natürlich nicht einleuchtet bzw eher verstörend wirkt, warum sie gerade aus so einem Becher ein Leckerchen nehmen soll. In solchen Fällen würde es sich empfehlen einfach eine andere Variante des „Joghurtbechers“ zu nehmen, z. B. ein Glas oder Becher o.ä. womit sie noch keine Erfahrungen gemacht hat.
Um den Trick beim nächsten Versuch zu erleichtern, könnte man den Becher hinlegen, so das ein horizontales „Pfotenangeln“ möglich ist. 

So wird mit allen neuen Aufgaben umgegangen.
Wichtig ist dabei immer Ihre Katze nicht zu überfordern bzw. sie zu frustrieren (sei es mit der Aufgabe selber, den Wiederholungen und auch mit der Länge bzw. Intensität des Trainings)
. Kommen Sie bei neuen Aufgabenstellungen Ihrer Katze immer ein Stück entgegen, wenn Sie die Problemlösung nicht gleich selbstständig findet.
Gleichzeitig können Sie zwischendurch bei bekannten Herausforderungen noch eine kleine „extra“Schwierigkeit einzubauen, damit Ihre Katze motiviert und neugierig bleibt.
Z.B. könnte man später, wenn die Katze den Bechertrick kennt und perfekt beherrscht, auf den Becher ein Stück Pappe legen, dass das Leckerchen verdeckt wird 

Sie werden merken:
Je mehr Sie Ihrer Katze beibringen, ihr anbieten und sie üben lassen, desto mehr wird sie sich ausprobieren und nach eigenen Lösungen aus ihrem Handlungsrepertoire suchen.

 Noch ein paar generelle Punkte in Sachen Spiel und Übungen mit dem Fummelbrett:
 

  • Sicherheit geht vor: Benutzen Sie nur Utensilien, die ungefährlich und ungiftig für Ihre Katze sind (z. B. keine scharfen Kanten, keine Wolle ect)
  • Reinigen Sie Utensilien regelmässig mit heißem Wasser bzw. tauschen Sie Materialien aus Pappe regelmässig aus
  • Im Mehrkatzenhaushalt kann es helfen die Katzen bei Übungen zu separieren, damit auch zögerliche Katzen sich in Ruhe ausprobieren können
  • Generell wird besser 3 x 5 Minuten geübt als 1 x 15 Minuten.
  • Gerade in der Anfangszeit wird sich die Katze noch nicht lange konzentrieren können, da zu dieser Zeit noch fast jede Aufgabe „anstrengend“ für sie ist.
  • Schaffen Sie ein Spielritual (z. B. jeden Abend 19 Uhr oder ähnliches) das Sie einhalten können
  • Sollte eine feste „Uhrzeit“ nicht möglich sein, beginnen Sie das Spiel immer auf selbe Art und Weise. (z. B. eine bestimmte Rassel, die den Spielbeginn einleitet). Ihre Katze wird nach einiger Zeit sicherlich schon beim Geräusch freudig angelaufen kommen
  • Die letzte Übung endet immer positiv (auch wenn das heißt, dass das letzte Leckerchen von der Katze „nur“ aus dem Joghurtbecher gefummelt wird!)
  • Nehmen Sie lieber viele kleine Leckerchen als ein großes, teilen Sie die herkömmliche Leckerchen wenn nötig. Ihre Katze sollte trotz regelmässigem Training nicht durch den übermässigen Leckerchenverzehr zunehmen. Eine regelmässige Gewichtskontrolle ist dafür unerlässlich.
  • Beenden Sie die Übungen immer auf selbe Art und Weise (z. B. das letzte Leckerchen wird in einen besonderen Becher angeboten oder nach den Übungen wird das letzte Leckerchen geworfen, ect)
  • Nach dem Beenden des Spiels werden die „Fummelutensilien“ im Schrank verstaut und erst zur nächsten Spieleinheit wieder hervorgeholt

 

Fortsetzung folgt ….

 

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