Abdomenultraschall

Fallbeispiel 1: Zubildung Blase.
Fallbeispiel 2: Pyometra = Gebärumuttervereiterung

Fallbeispiel 1: Zubildung Blase.

Auf diesem Bild ist der Fokus auf die Harnblase gestellt.
Physiologischerweise sieht man hier den 3-schichtigen Wandaufbau
(weiß-schwarz-weiß), da die Blasenschleimhaut Ultraschallwellen anders reflektiert als die Muskeln oder Bindegewebsschicht der Blase.
Die Füllung der Harnblase stellt sich schwarz dar.
In diesem Bild sehen wir das Ultraschallbild eines Patienten mit blutigem Urinabsatz.
Der Grund hierfür ist eine von der Blasenwand ausgehende polypartig wachsende Zubildung.


Fallbeispiel 2: Pyometra = Gebärumuttervereiterung

Die Pyometra ist ein recht häufiges Krankheitsbild der erwachsenen oder älteren nicht kastrierten Hündin oder Katze.

In der Regel wird eine nicht kastrierte Hündin 2 x im Jahr läufig.
Gegen Ende der Läufigkeit, während der empfängnisbereiten Phase der Hündin, ist der Muttermund geöffnet und es können Bakterien bis in die Gebärmutter aufsteigen. Kommt es zusätzlich noch zur hormonellen Imbalance oder einer Beeinträchtigung des Immunsystems z. B. durch Stress, ist der Körper nicht in der Lage diese Keime zu eliminieren.
Kommt es im weiteren Zyklusverlauf dann zur Schließung des Muttermundes durch das trächtigkeitserhaltende Hormon Progesteron kann sich diese Infektion manifestieren. Das Hormon Progesteron hat weiterhin physiologisch die Aufgabe, die Immunantwort auf in der Gebärmutter befindliche Zellen zu unterdrücken.
Für Bakterien sind so optimale Wachstumsbedingungen geschaffen. Zusammen mit den vom Körper produzierten Entzündungszellen bildet sich nach der Entzündungsreaktion eine Eiteransammlung in der Gebärmutter.
Prädisponierende Faktoren sind hormonelle Imbalancen durch östrogenproduzierende Ovarialzysten. Der erhöhte Östrogenspiegel veranlasst die Drüsen in der Gebärmutterschleimhaut zu proliferieren und zystisch zu entarten.

Häufig werden betroffene Patientinnen ca. 2-3 Monate nach der letzten Läufigkeit/Rolligkeit mit Apathie, Fieber, Hinterhandschwäche und vermehrtem Durst (dadurch vermehrtem Urinabsatz) beim Tierarzt vorgestellt.
Bei nicht vollständig geschlossenem Muttermund fällt ein eitriger Vaginalausfluss auf.

Toxine, die von den Bakterien gebildet werden, beeinflussen die Konzentrationsfähigkeit der Niere, wodurch es zu vermehrter Urinproduktion kommt. Um diesen auszugleichen trinkt das Tier vermehrt.
Zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung ist die Nierenschädigung reversibel, besteht die Erkrankung bereits länger, besteht die Möglichkeit, dass trotz therapeutischer Massnahmen eine Nierenfunktionsstörung zurückbleibt.

Wird ein Patient mit typischem Vorbericht und Symptomen vorgestellt, müssen weiterführende Untersuchungen eingeleitet werden.
Dazu gehören eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes um den Verdacht zu verifizieren sowie eine Blutuntersuchung.
Möglicherweise ist eine stationäre Aufnahme des Tieres und eine sofortige Stabilisation des Kreislaufes mittels Elektrolytlösung per Infusion notwendig.
Die Standardtherapie der Gebärmutterentzündung ist die operative Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter (Ovariohysterektomie) unter Vollnarkose, sobald die Patientin narkosefähig ist.

Komplikationen können entstehen, wenn durch länger andauernde Entzündungsprozesse die Gebärmutter porös geworden ist und so Eiter in die Bauchhöhle gelangen konnte.

Je nach Schwere der Erkrankung ist ein stationärer Aufenthalt auch nach der Operation nötig.

Hier ist eine hochgradig mit Flüssigkeit gefüllte Gebärmutter im Querschnitt dargestellt. Flüssigkeit stellt sich im Ultraschall schwarz dar.
Die Durchsetzung mit weißlichen Partikeln lässt einen hohen Zellgehalt in der Flüssigkeit vermuten, wie es z. B. bei einer Füllung der Gebärmutter mit Eiter der Fall ist.

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